Großbrand / Thale

Datum: 20. Mai 2026 
Alarmzeit: 10:11 Uhr 
Alarmierungsart: DME; APP; Sirene 
Dauer: 5 Stunden 49 Minuten 
Art: Großbrand 
Einsatzort: Karl-Marx-Straße, Thale 
Mannschaftsstärke: 86 
Fahrzeuge: DLA (K)23/12 - Thale - 33, ELW - Thale - 12, GW - AS - Harz 56, GW - L1 - Thale - 53, HLF 20 - Thale 46, KdoW - Thale - 11, LF 10 - Neinstedt - 42, LF 8/6 - Weddersleben - 42, MTF - Neinstedt - 19, MTF - Stecklenberg - 19, MTF - Thale - 19, MTF - Weddersleben - 19, TLF 16/25 - Thale - 23, Verkehrssicherungsanhänger - Weddersleben 
Weitere Kräfte: Feuerwehr Blankenburg, Feuerwehr Gernrode, Feuerwehr Quedlinburg, Feuerwehr Timmenrode, Ordnungsamt, Polizei, Rettungsdienst, SEG Thale 


Einsatzbericht:

Am Mittwochvormittag kam es in der Karl-Marx-Straße in der Kernstadt von Thale zu einem ausgedehnten Großbrand, der einen umfangreichen Feuerwehreinsatz zahlreicher Einsatzkräfte aus mehreren Städten erforderlich machte.
Um 10:11 Uhr wurden die Ortsfeuerwehr Thale sowie der Einsatzleitdienst der Stadt Thale zunächst zu einem „Erkundung Brand“ alarmiert. Bereits während der Anfahrt der ersten Einsatzkräfte war eine massive und weithin sichtbare Rauchentwicklung über dem Stadtgebiet erkennbar. Aufgrund der deutlichen Lageverschärfung erfolgte noch auf der Anfahrt die Alarmstufenerhöhung auf B2 – Mittelbrand. Mit der Alarmstufenerhöhung wurden umgehend die Ortsfeuerwehren Neinstedt und Stecklenberg, der Rettungsdienst sowie die Polizei zur Einsatzstelle alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die Lage. Dichter Rauch und offenes Feuer hatten bereits weite Teile des betroffenen Mehrfamilienhauses erfasst. Glücklicherweise hatten zu diesem Zeitpunkt bereits alle Personen das Gebäude eigenständig verlassen. Parallel zur ersten umfassenden Lageerkundung leitete die Ortsfeuerwehr Thale unverzüglich die Brandbekämpfung unter schwerem Atemschutz ein.
Trotz des schnellen Eingreifens breitete sich das Feuer innerhalb kürzester Zeit massiv aus. Durch die enorme Brandausbreitung bestand zusätzlich die akute Gefahr, dass die Flammen auf zwei unmittelbar angrenzende Gebäude übergreifen könnten. Um eine schnelle und wirkungsvolle Brandbekämpfung sowie eine stabile Löschwasserversorgung sicherzustellen, wurde das Alarmstichwort daraufhin auf B3 – Großbrand erhöht. Mit dieser weiteren Alarmstufenerhöhung wurden zusätzliche Kräfte aus den Feuerwehren der Stadt Thale sowie weitere Einsatzkräfte aus der Stadt Blankenburg und der Stadt Quedlinburg zur Unterstützung alarmiert.
Binnen kurzer Zeit entwickelte sich die Einsatzstelle zu einem umfangreichen und kräfteintensiven Einsatzgeschehen. Im weiteren Einsatzverlauf konzentrierten sich die Maßnahmen insbesondere auf die Brandbekämpfung sowie den Schutz der benachbarten Gebäude. Zeitweise befanden sich knapp 80 Einsatzkräfte im Einsatz, wobei bis zu sechs Atemschutztrupps gleichzeitig im Innen- und Außenangriff tätig waren.
Unter äußerst schwierigen Bedingungen arbeiteten die Einsatzkräfte mit hoher Intensität daran, die Brandausbreitung zu stoppen und das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten schließlich Wirkung: So gelang es den Einsatzkräften, eine weitere Ausbreitung des Brandes erfolgreich zu verhindern und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Besonders die angrenzenden Gebäude konnten durch den schnellen und koordinierten Einsatz der Feuerwehren vor einer vollständigen Ausbreitung des Feuers geschützt werden.
Aufgrund der enormen Hitzeentwicklung sowie der besonderen Bauweise des Gebäudes gestalteten sich die anschließenden Nachlöscharbeiten jedoch äußerst aufwendig. Vor allem in schwer zugänglichen Zwischenräumen innerhalb der Gebäudestruktur hielten sich weiterhin hohe Temperaturen sowie versteckte Glutnester. Um die Sicherheit der Einsatzkräfte sowie die Stabilität des Gebäudes fachlich beurteilen zu können, wurde im weiteren Einsatzverlauf zusätzlich ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks zur Einsatzstelle alarmiert. Dieser unterstützte die Einsatzleitung mit seinem umfangreichen Fachwissen bei den weiteren taktischen Entscheidungen.
Die intensiven Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die späten Nachmittagsstunden hin. Parallel dazu wurde die Ortsfeuerwehr Warnstedt zur Sicherstellung des Stadtschutzes alarmiert, um den Grundschutz für das Stadtgebiet während des laufenden Großeinsatzes sicherzustellen. Nachdem sämtliche Glutnester freigelegt und abgelöscht worden waren, erfolgte abschließend eine umfassende Kontrolle der Einsatzstelle mittels Wärmebildkamera, um verbleibende Temperaturentwicklungen ausschließen zu können. Gegen 16:00 Uhr konnten die letzten Maßnahmen beendet und die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden. Im Anschluss rückten die letzten Einsatzkräfte von der Einsatzstelle ab.
Die Feuerwehren der Stadt Thale bedanken sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Kräften der Feuerwehren, des Rettungsdienstes, der Polizei, dem Ordnungsamt Thale, dem Bauhof Thale sowie des Technischen Hilfswerks für die professionelle, engagierte und reibungslose Zusammenarbeit bei diesem anspruchsvollen Einsatz.